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Wärmeblick fürs Leben – Drohnenschutz für Rehkitze & Co.
Jungwild- und Bodenbrüter Rettung Königsbach e.V. (Tanja Berndt)
Projektort: Hohn

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noch 59 Tage,

10 Std., 18 Min.

PROJEKTBESCHREIBUNG
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Worum geht es in diesem Projekt?

Frühe Wiesenmahd bedeutet oft den qualvollen Tod für Jungwild und Bodenbrüter. Um das zu verhindern, setzen wir modernste Drohnentechnik mit Wärmebildkameras ein. So können wir Gelege und Jungtiere rechtzeitig aufspüren, sichern und nach Abschluss der Mäharbeiten wieder unversehrt in die Freiheit entlassen.

Es existiert noch keine flächendeckende Abdeckung mit Einsatzteams oder Jungwild-Rettungsvereinen. Die umliegenden Vereine sind bereits ausgelastet. Dabei geht es um Bestandsschutz und die Erhaltung selten gewordener Bodenbrüter, die durch die zunehmend intensive landwirtschaftliche Nutzung gefährdet sind. Unser Einsatz leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, zur Minderung beziehungsweise Verhinderung von Tierleid und wird nur durch finanzielle Unterstützung für nötiges Equipment möglich. Wir investieren dafür unsere Freizeit.

Die intensive Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen führt zunehmend zur Bedrohung der Tierwelt. Grünlandflächen nehmen ab und werden zudem durch neue, schnellwachsende Grassorten schon sehr früh im Jahr gemäht, um als Grassilage der Viehfütterung zu dienen. In diese Zeit fällt jedoch die Brut- und Setzzeit unserer Wildtiere. Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter wie Feldlerche, Rebhuhn, Wildente, Weihen, Sumpfohreule, Kiebitz und viele andere haben keine Möglichkeit, sich vor den Mähwerken in Sicherheit zu bringen. Sie sterben meist einen qualvollen Tod, da sie – gut getarnt – für die Fahrer der Erntemaschinen nicht zu sehen sind. Ricken und Häsinnen legen ihre Jungtiere zum Schutz vor Beutegreifern im dichten hohen Gras ab und kommen nur hin und wieder zum Säugen vorbei. Die übrige Zeit sind die Jungtiere sich selbst überlassen. In den ersten zwei Lebenswochen besitzen sie zudem keinen Fluchtinstinkt: Bei Gefahr ducken sie sich und verharren an ihrem Platz. Selbst nach dieser Zeit wären sie angesichts der lauten und schnell fahrenden Erntemaschinen nicht in der Lage, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. In der Regel sterben die vermähten Jungtiere nicht sofort – häufig werden Rehkitzen durch das Mähwerk nur die Beine abgetrennt. Nachdem die Maschinen die Fläche verlassen haben und etwas Ruhe einkehrt, sucht die Ricke nach ihrem Jungen. Oft harrt sie tagelang trauernd bei ihrem sterbenden oder toten Kitz aus. Wir haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht, mittels Drohne und Wärmebildkamera Jungtiere und Gelege aufzuspüren, zu sichern, sie vor dem Mähtod zu bewahren und nach Abschluss der Erntearbeiten wieder wohlbehalten in die Freiheit zu entlassen. Verbleiben Tierkadaver unbemerkt auf den Flächen und gelangen in die geerntete Grassilage, kann sich dort Botulismus entwickeln. Dies gefährdet die Nutztiere und kann im schlimmsten Fall für diese tödlich enden. Die Hauptphase unserer Drohneneinsätze ist zeitlich stark geballt und beginnt im März und endet etwa Ende Juni. Bereits im März – zur Zeit der Brutbeginne der Wiesenvögel – startet die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen: Es wird gepflügt, gesät, geschleppt, gewalzt, gedüngt. Anschließend folgt das Mähen der Grünflächen. Unser Einsatz beginnt am Vorabend mit der Einprogrammierung der abzufliegenden Flächen, dem Laden der Akkus, dem Packen aller notwendigen Dinge und der Zusammenstellung der Teams. Am Morgen starten wir gegen 3.30/4.00 Uhr in der Fläche. Die Einsatzzeit ist kurz, denn sobald die aufgehende Sonne die Flächen erwärmt, ist es mit der Wärmebildkamera nahezu unmöglich, Lebewesen zuverlässig auszumachen. Wird ein Wärmepunkt entdeckt, machen sich Läufer mit Kescher und Transportboxen auf den Weg, um Jungwild oder Gelege zu sichern. Nach Abschluss der Arbeiten auf dem Feld werden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen. Schließlich gehört auch dazu zu prüfen, ob die Jungtiere von der Mutter wieder angenommen werden. Alle beteiligten Personen und Helfer leisten diese sehr kräftezehrenden Arbeiten in ihrer Freizeit, ehrenamtlich und meist noch vor ihrem regulären Arbeitstag. Oft werden dafür im Jahr gesammelte Überstunden eingesetzt. Im Laufe der Jahre haben sich bereits bemerkenswert viele Vereine gegründet, jedoch ist die Auslastung noch längst nicht flächendeckend. In unserem Bereich existiert bislang kein Einsatzteam – das hat uns dazu bewogen, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. Benötigt werden eine geeignete Drohne mit Wärmebildkamera, mehrere Akkus, Ladegeräte, Tragetaschen zur Sicherung der Tiere, Kescher, Funkgeräte sowie eine Versicherung für die Drohne. Hinzu kommen Programm-Updates, Wartung, Ersatzteile, Rücklagen für Neuanschaffungen und die Erweiterung der Teams sowie Schulungen für Drohnenpiloten und Läufer. Finanzielle Unterstützung erhoffen, erwarten, erhalten und benötigen wir durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuwendungen von Landwirten, deren Flächen betroffen sind, und durch die bereits zugesagte Förderung aus der Landeskasse.

Wir, Tanja, Jasmin, Yvonne, Ulrike, Marleen, Charlene und Michael, haben diesen Verein, „Jungwild- und Bodenbrüter Rettung“, im letzten Jahr gegründet. Wir sind eine Gruppe von engagierten Menschen, die gerne ihren Beitrag zum Tierschutz leisten wollen.

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